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Büchersegen für Ludorf

Manfred Achtenhagen staunte nicht schlecht über einen Besuch der besonderen Art, der sich in der Vorweihnachtszeit ereignete. Ein Mann namens Hans-Heinrich Steinbek klingelte an der Tür des Gutshauses und trat ein, um seine außergewöhnliche Geschichte zu erzählen.

Sie handelt von seinem Vater, eigentlich ein Röbeler, der zu Kriegsende als Bürgermeister in Ludorf eingesetzt war. Im Mai 1945 beobachtete er eine Szene, die ihn stark berührte. Russische Soldaten, die damals das Dorf besetzen, plünderten das Gutshaus. Sie entsorgten, was sie nicht brauchen konnten, unter anderem die Bibliothek des alten Gutsherrn, der kurz zuvor verstorben war. Einige Hundert Bücher landeten so auf dem Misthaufen. Als gelernter Buchdrucker konnte der Bürgermeister das nicht ertragen und rettete heimlich so viele Bücher, wie er nur konnte.

Viele Jahre blieben die Bücher dann in seinem Besitz und als er starb, gingen sie an seine Kinder über, denen er die Geschichte oft erzählt hatte.

72 Jahre nachdem sich die Geschichte zugetragen hatte, beschlossen sie, es sei an der Zeit, die geretteten Bücher nach Ludorf zurück zu bringen, zurück in die Bibliothek des Gutshauses, wo sie einst standen, zu Manfred Achtenhagen, auch ein Bücherliebhaber, der die Bibliothek heute pflegt.

Am Tag der Übergabe war dann sogar ein Kamerateam vom NDR zugegen, um von dem besonderen Ereignis zu berichten. Die Ludorferin Christa Hempel, die noch Sütterlin lesen kann, kam ins Gutshaus, um feierlich ein paar Sätze aus einem alten Tagebuch der Gutsfamilie vorzulesen. Manfred Achtenhagen bedankte sich für die Rückgabe und verkündete, dass er die Bücher nun zuerst sichten wolle, um sie dann wieder ordentlich in die Bibliothek einzusortieren.

Schinko-Ausstellung eröffnet

Eröffnung der Ausstellung “Werner Schinko – Erinnerungen” heute im Barocksaal des Gutshaus Ludorf. Gezeigt werden in erster Linie frühe Arbeiten des Röbeler Malers und Grafikers, der am 5.Juli 2016 verstarb. Alle Arbeiten stammen aus der Sammlung des Gutshaus Ludorf und sind noch bis zum Oktober täglich von 10.00 – 17.00 Uhr zu sehen.

Das „Winter-Wunder“ 1946 im Wald von Ludorf

Am 25. August 1945 kam eine junge Mutter, Ella Steger geb. Guddat, mit vier Kindern, das jüngste Mädchen Renate, gerade mal drei Jahre alt, aus Ostpreussen nach Ludorf an die Müritz. Ein langer und beschwerlicher Leidensweg lag hinter ihnen auf der Flucht aus ihrem Heimatort Goldap in Ostpreussen nach Ludorf.

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